Der Turmbau zu Babelfisch.

Vorsicht vor Fehlübersetzungen.

Was täten wir nur ohne Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann?
Sie fragen sich nun vielleicht, wer zur Hölle das sein soll. Bei den Beiden handelt es sich um absolute Vorkämpfer des Bildungsbürgertums. Nicht zuletzt dank ihnen ist inzwischen ganz Deutschland klar, was „in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad“ bedeutet. Wer das nun nicht weiß, hat aber nun auch nicht unbedingt eine direkte Bildungslücke. Wichtig für eine deutsch-humanistische Erziehung ist es nur, zu wissen, was es nicht heißt. Und es heißt ganz eindeutig nicht „Israel muss von der Landkarte getilgt werden“, sondern nur, dass das Besatzerregime Geschichte werden müsse.
Auf der Homepage des Instituts für Friedensforschung Kassel findet sich dann dementsprechend auch noch heute eine Dokumentation des heroischen Engagements der beiden, die ihrerseits die Kopie eines Junge Welt Artikels ist.
Dass der Menschenfreund aus Teheran oder sein Regime irgendwelche Ambitionen hätten, Israel von der Landkarte zu tilgen ist darin selbstverständlich nicht mitgedacht.
Viel eher handelt es sich beim auf der „Eine Welt ohne Zionismus“ Konferenz geäußerten Satz um eine Erklärung der Menschenrechte der unterdrückten Palästinenser.
Inzwischen versuchen bellizistisch-antichristliche Nazikommunistenschweine schon wieder, den Iran mit Dreck zu bewerfen.
Bevor den internationalen Bemühungen um eine friedliche Welt also wieder von der zionistischen Weltverschwörung ein Knüppel zwischen die Beine geworfen wird, hier eine adäquate Übersetzung von Hossein Shariatmadaris Editorial, das unter anderem vom „National Council of Resistance“ des Iran hier veröffentlicht wurde. Die Übersetzung ist freigegeben auch zur kommerziellen Weiterverwendung durch die „junge Welt“.

“In Gaza, all of Islam has come head-to-head with all of infidelity. Bush is not Christian, Olmert is not Jewish, and Hosni Mubarak and King Abdullah are not Muslims. This is a war of opposing parties, just like the forced war [with Iraq] and the 33 day war [in 2006 in Lebanon]. Today, this war is in Gaza. As the Imam [mullah regime’s founder Khomeini] used to say, with the revitalization of true Islam of Prophet Muhammad, the Great Satan roared and issued a call to all the other big and small devils. … Now that the war in Gaza is the point of conflict for all of Islam against all infidels, why should the act of confronting the Zionists only be limited to the borders of occupied Palestine? Are the people of Gaza not representing the entire Muslim world in their fight with the Zionists? Therefore, offering broad support, including military support, to them is the duty of all Muslims and all Islamic countries. Today, the people of Gaza are on the front lines, but the war front is much larger than the internal confines of occupied Palestine. As such, attacking the backers of the Israeli military, i.e. its global and regional supporters, is an inalienable right of all Muslim people. Outside of occupied Palestine, the latter are easily accessible. Can one not easily attack some Arab leaders and US-imposed governments? The interests of the US, Britain, Germany, and other supporters of Israel, are easily accessible – or, we should say, they are “within range.” … The time to take revenge against the violent Zionists, these corrupt and destructive forms of disease, has finally come. … Therefore, the talk of a cease-fire only serves to grant an opportunity to carry out future crimes and has no other rationale.”

muss folgerichtig übersetzt werden:
„In Gaza begegnet die ganze islamische Welt der Ungerechtigkeit der westlich-kapitalistischen Länder. Bush ist kein Christ, Olmert kein Jude und Hosni Mubarak und König Abdullah keine Muslime. Das hier ist eben so ein Krieg wie schon der erzwungene Krieg mit dem Irak und der 33 Tage Krieg im Libanon. Heute ist dieser Krieg in Gaza. Wie der Imam zu sagen pflegte, brachte die Wiederbelebung des wirklichen Islam des Propheten Mohammed und somit der Versuch eines kulturellen Aufbaus fernab westlicher Dekadenz und Konsumsucht die gierigen, nimmersatten Westler gegen uns auf. Nun wo in Gaza ein Massaker sondergleichen angerichtet wird, wie kann da der Ruf nach Frieden an den Grenzen des besetzten Landes verhallen. Repräsentieren die Menschen Gazas nicht die Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und Menschenrecht? Daher ist es die Pflicht aller Muslime und islamischen Länder ihnen breite Unterstützung im Kampf gegen die Menschenfeinde zukommen zu lassen. Heute findet der Krieg in Gaza statt, aber dort wird die zionistische Gier nach Expansion nicht aufhören. Es ist daher das Recht aller Muslime, sich gegen die zionistische Aggression, wo immer sie ihnen begegnet zur Wehr zu setzen. Ausserhalb des besetzten Palästinas sind die Kriegstreiber ungeschützt. Fällt es etwa nicht leicht einige arabische Kapitalisten und US-infiltrierte Regierungen anzugreifen? Die Interessen der USA, Großbritanniens, Deutschlands und anderer Unterstützer Israels sind leicht zugänglich… oder, sollten wir vielleicht sagen, in Kussweite. Die Zeit sich gegen die gewalttätigen Zionisten, diese konsequent arabische Menschen als Krankheit-ansehenden Menschenhasser zu wehren ist endlich gekommen. Daher müssen wir entschieden und mit einem Munde endlich gemeinsam ein Ende der Kampfhandlungen einfordern.

Auffällig ist auch, dass sich die Ausfälle zionistischer Verschwörer häufen. Schon vor wenigen Tagen musste Elder of Ziyon den missverständlichen Schriftzug des – auch in diesem Beitrag dokumentierten – Demotransparentes hinter Mostafa Mohammad Najjar, dem iranischen Verteidigungsminister korrekt übersetzen.
Hoffen wir, dass die Friedensforschung sich auch weiter gegen derartige Verleumdungen ausdrücklich zur Wehr zu setzen weiß.