Islamfreunde und Muselhasser

Ayyub Axel Köhler

„Krieg den deutschen Zuständen! Allerdings! … Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will.“ Karl Marx, 1843 (MEW 1, 380)

Kritik, die den Namen verdient, ist notwendigermaßen antiideologisch. Sie darf keinen Gedanken daran verschwenden, wem sie ins Gehege passt, wem sie nützt oder wer durch sie geschützt oder auch verurteilt wird. Weshalb die Ideologiekritik landläufig mit dem Attribut “antideutsch” beschlagen wird und weshalb eine Kritik am Islam, die die notwendige Radikalität besitzt, nur antideutsch sein kann , lässt sich gerade wieder an der deutschen „islamkritischen“ Teilhabe am Schicksal der Teilnehmer und Teilnehmerinnen der deutschen Islamkonferenz bebildern.

Der Kritik am Islam nämlich ist es reichlich egal, ob sich Ayyub Axel Köhler, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, von Terroristenfreunden wie Ibrahim El Zayat begleiten lässt. Sie schert sich einen feuchten Kehricht darum, ob der Koordinierungsrat der Muslime , dessen Sprecher gerade fraglicher Ayyub Axel Köhler ist, seine Zustimmung zu einer Formulierung zurückzog, die den Islamismus als Gefahr bezeichnet. Es ist ihr schließlich vollkommen gleichgültig, wie sehr Mitglieder dieses Koordinierungsrates mit einiger Vehemenz immer wieder versuchen, Gleichberechtigung und andere kulturelle Mindeststandards zugunsten sogenannter “kultureller Akzeptanz” einzukassieren.
Weil sie sich darum nicht schert, kann sie erst die nötige Radikalität hervorbringen, den Islam, samt der durch ihn inspirierten Praxis vehement zu kritisieren.

Es entbehrt zugegebenermaßen nicht einer gewissen Ironie, wenn der Zentralrat der Muslime sich – nachdem er die Zustimmung zum Passus, dass der Islamismus eine Bedrohung sei zurückzog – darüber beschwert, dass ihm nicht recht geglaubt wird, wenn er von einer Bedrohung durch Islamisten berichtet.
Wer aber bei dieser Ironie noch lachen kann in Anbetracht der Tatsache, dass Menschenleben zu Allahs Wohlgefallen geopfert werden sollen, leidet entweder an stärkster humoristischer Geschmacksverirrung oder muss sich letztlich sagen lassen, dass er mit der mörderischen Praxis islamistischer Mordbrenner zumindest sympathisiere.

Geradezu mustergültig demonstriert zum Beispiel der dummdeutsche Pöbel von “Politically Incorrect”, wie nahe der deutsche Wahn dem islamischen de facto steht.

Ob der Verrat an der Volksgemeinschaft oder der Verrat an der Glaubensgemeinschaft, man ist sich im Grunde einig: Der Tod kann für die Apostaten nicht schnell genug kommen. So freut sich jemand mit dem treffenden Kosenamen “Honk”:

“Endlich weht diesen Verrätern mal der Wind ins Gesicht.”

Noch deutlichere Worte findet jemand, der sich “Ausgewanderter” nennt und dessen Vernichtungsfantasien nicht einmal davor zurückschrecken, sich eine Fortführung der antisemitischen Attentate des 11. Septembers herbeizusehnen.

“Ich schäme mich nicht die Bohne, und das, obwohl ich hoffe, daß es die drei erwischt. Redlich verdient! Oder sollen weiter unsere Leute sterben, die die Bereicherung außerhalb der Elfenbeintürme ertragen müssen? Jetzt stehen endlich die richtigen im Visier. War lange überfällig! Und das nächste entführte Flugzeug fliegt hoffentlich direkt in eine Berliner Glaskuppel! Auch da trifft es immer die Richtigen – jedenfalls noch.”

Aber wer bei soviel Sinn für die Ironie der Lage noch nicht längst sein Abendbrot ein zweites Mal schmecken durfte, dem gibt ein Mensch ein kleines Sahnehäubchen, nicht zuletzt indem er sich “Ratio” nennt und seine Webseite für “Mehr Freiheit” wirbt. Da man, wie sooft bei den Deutschen, ihnen kaum etwas Schlimmeres antun kann als sie zu zitieren und man zumindest nichts weniger schlimmes als das in Betracht ziehen sollte:

“Bravo!!
Bravo, daß unsere Muselfreunde jetzt endlich unser verbrecherisches Politikerinnen-Gesindel ins Visier nehmen! Diesem hochverräterischen Pack weine ich keine Träne nach.
Wir sollten unsere lieben Freunde bei dieser ehrenwerten Tätigkeit gewähren lassen.
Musels, wäre hätte das gedacht, erledigen die Drecksarbeit für uns!!!
Wenn sie damit fertig sind, kommen sie nach alter Revoluzzer-Sitte natürlich selbst dran. Dann frißt die Revolution ihre Kinder.”

Kritik weiß, dass der Islam nicht schlecht ist, weil er der Islam ist. Sie weiß vielmehr, dass er deshalb zu kritisieren wäre, weil der Mehrheitsislam nach wie vor den Sprung aus dem Mittelalter heraus nicht geschafft hat. Sie weiß, dass der Islam kritisiert werden muss, nicht um Moslems zu schaden, sondern um Menschen vor seiner – ersichtlich teilweise mörderischen – Praxis zu schützen. Sie weiß also auch, dass auch ein Ayyub Axel Köhler, ein Wolfgang Schäuble und selbst ein Ibrahim El Zayat in Schutz genommen werden müssen, gegen all jene die Menschenwürde für verhandelbar halten.
Umgekehrt braucht sie sich deshalb noch lange nicht zu schämen, wenn sie gleich am Nächsten morgen den Dreien übers Maul fahren müsste, weil sie antiaufklärerische Ideologien hofieren.
Sie gönnt sich keinen Frieden – weder mit dem Islam, noch mit den deutschen Zuständen, noch mit jeder Situation in der der Mensch ein geknechtetes, ein verächtliches, ein einsames Wesen ist.
Die unerwiderte Liebe jedenfalls, die das Rassistenpack von Politically Incorrect zu den Islamisten verspürt, wird sie wohl nicht mehr entwickeln.