Comments on: Frieden, Freiheit und Bürgerrechte wählen! – Für eine Politik, die dem Volk nützt. http://Anti.blogsport.de/2009/09/24/frieden-freiheit-und-buergerrechte-waehlen-fuer-eine-politik-die-dem-volk-nuetzt/ Gegen deutsche und andere Widerwärtigkeiten. Mon, 14 Oct 2019 05:43:26 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Ilja http://Anti.blogsport.de/2009/09/24/frieden-freiheit-und-buergerrechte-waehlen-fuer-eine-politik-die-dem-volk-nuetzt/#comment-496 Sun, 11 Oct 2009 22:56:12 +0000 http://Anti.blogsport.de/2009/09/24/frieden-freiheit-und-buergerrechte-waehlen-fuer-eine-politik-die-dem-volk-nuetzt/#comment-496 Beim nach längerer Zeit mal wieder Stöbern in deinem Blog stieß ich ziemlich verspätet auf dieses grandiose Manuskript und war irgendwie geflasht von der Ausweglosigkeit, die ab und zu mal durchschlägt. Einige Gedanken dazu: Es geht mir vor allem um das Ende und deine dort formulierte Einsicht in die Vergeblichkeit auch der eigenen Argumentation, die sich hier ihrer Komik bewusst wird, als nur noch "närrisches" Anreden gegen einen Pluralismus, dem sie doch selber angehören muss. Darin drückt sich die bittere Pointe von Agnolis These aus: Der Pluralismus, welcher sich als ideologischer Schein über den gesellschaftlich wirklichen Antagonismus legt, wird zum Schicksal auch der radikalen Kritik dieser Wirklichkeit. Kritik macht dann den "wirklichen Druck" nicht mehr, wie Marx es noch als ihre Aufgabe bestimmte, "noch drückender", sondern bestätigt nurmehr die Wahrheit der Ideologie. Denn die Behauptung des Pluralismus, einen Ausgleich im Streit verschiedener Interessen und damit stets die beste aller möglichen Welten zu realisieren, wird ja nur desto glaubwürdiger, je legaler auch die Kritik dieser Behauptung auftreten kann. Sogar wohlwollend werden der kritischen Stimme "interessante Aspekte" zugebilligt oder mindestens ist der Marxistin die Extremposition als Gestus subjektiver Verweigerung von Herzen gegönnt, während sie doch nur für die Fabelhaftigkeit der Meinungsvielfalt ein weiteres Beispiel gibt. Paradoxerweise also steht die Aufhebung des Antagonismus gerade dadurch nicht mehr wirklich zur Debatte, dass sie im Pluralismus zur Sprache kommen kann. So ressentimentgeladen die das Parlament meinende Rede von der „Laberbude“ ist, sie trifft doch auch auf das Wesen des Pluralismus zu; dieser lässt sich reformulieren als ein von der Praxis abgeschnittenes Palaver, dessen Meinungsspektrum alles aufsaugt ohne den wirklich bestehenden Antagonismus auch nur anzutasten. Nahe scheint diese Konstellation an der Unmöglichkeit von Kritik. Ehrlicherweise endet dein Manuskript dann auch nicht im Ausweg, sondern in der Ironie: Kritik nur noch als Zitat aus der Popkultur, viel Spaß, von dem Adorno einmal sagte, er wäre der Betrug am Glück, und Schluss... Bleibt nur die bescheidene Frage, wie, tja wie Kritik der Integrationskraft des falschen Pluralismus wiederstehen und sich trotz allem mit Praxis verbinden könnte? Beim nach längerer Zeit mal wieder Stöbern in deinem Blog stieß ich ziemlich verspätet auf dieses grandiose Manuskript und war irgendwie geflasht von der Ausweglosigkeit, die ab und zu mal durchschlägt. Einige Gedanken dazu:
Es geht mir vor allem um das Ende und deine dort formulierte Einsicht in die Vergeblichkeit auch der eigenen Argumentation, die sich hier ihrer Komik bewusst wird, als nur noch „närrisches“ Anreden gegen einen Pluralismus, dem sie doch selber angehören muss. Darin drückt sich die bittere Pointe von Agnolis These aus: Der Pluralismus, welcher sich als ideologischer Schein über den gesellschaftlich wirklichen Antagonismus legt, wird zum Schicksal auch der radikalen Kritik dieser Wirklichkeit. Kritik macht dann den „wirklichen Druck“ nicht mehr, wie Marx es noch als ihre Aufgabe bestimmte, „noch drückender“, sondern bestätigt nurmehr die Wahrheit der Ideologie. Denn die Behauptung des Pluralismus, einen Ausgleich im Streit verschiedener Interessen und damit stets die beste aller möglichen Welten zu realisieren, wird ja nur desto glaubwürdiger, je legaler auch die Kritik dieser Behauptung auftreten kann. Sogar wohlwollend werden der kritischen Stimme „interessante Aspekte“ zugebilligt oder mindestens ist der Marxistin die Extremposition als Gestus subjektiver Verweigerung von Herzen gegönnt, während sie doch nur für die Fabelhaftigkeit der Meinungsvielfalt ein weiteres Beispiel gibt. Paradoxerweise also steht die Aufhebung des Antagonismus gerade dadurch nicht mehr wirklich zur Debatte, dass sie im Pluralismus zur Sprache kommen kann. So ressentimentgeladen die das Parlament meinende Rede von der „Laberbude“ ist, sie trifft doch auch auf das Wesen des Pluralismus zu; dieser lässt sich reformulieren als ein von der Praxis abgeschnittenes Palaver, dessen Meinungsspektrum alles aufsaugt ohne den wirklich bestehenden Antagonismus auch nur anzutasten. Nahe scheint diese Konstellation an der Unmöglichkeit von Kritik. Ehrlicherweise endet dein Manuskript dann auch nicht im Ausweg, sondern in der Ironie: Kritik nur noch als Zitat aus der Popkultur, viel Spaß, von dem Adorno einmal sagte, er wäre der Betrug am Glück, und Schluss… Bleibt nur die bescheidene Frage, wie, tja wie Kritik der Integrationskraft des falschen Pluralismus wiederstehen und sich trotz allem mit Praxis verbinden könnte?

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by: schönen dank http://Anti.blogsport.de/2009/09/24/frieden-freiheit-und-buergerrechte-waehlen-fuer-eine-politik-die-dem-volk-nuetzt/#comment-419 Wed, 30 Sep 2009 11:33:03 +0000 http://Anti.blogsport.de/2009/09/24/frieden-freiheit-und-buergerrechte-waehlen-fuer-eine-politik-die-dem-volk-nuetzt/#comment-419 der spuk ist erst mal wieder vorbei. zur erholung von dem kater, den das ideologische bombardement der letzten wochen und monate hinterlassen haben dürfte, sei dieser sehr kluge text nahegelegt. der ist zwar etwas lang aber auch sehr unterhaltsam und fasst unter weitgehendem verzicht auf marxistischen jargon alles wesentliche zusammen, was über die hiesige parlamentarische demokratie zu sagen ist. der spuk ist erst mal wieder vorbei. zur erholung von dem kater, den das ideologische bombardement der letzten wochen und monate hinterlassen haben dürfte, sei dieser sehr kluge text nahegelegt. der ist zwar etwas lang aber auch sehr unterhaltsam und fasst unter weitgehendem verzicht auf marxistischen jargon alles wesentliche zusammen, was über die hiesige parlamentarische demokratie zu sagen ist.

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