Aus fremden Federn.

Mina Ahadi.

Folgend eine Presseerklärung des Zentralrats der Ex-Muslime, die wir insofern für weiterverbreitungswert halten, als dass sie in bemerkenswerter Klarheit gegen die Vereinnahmung des „akademischen Diskurses“ durch Postmoderne und andere Kulturrelativisten einsteht und als zitierfähiges Material für all jene gelten kann, die dem Abdanken der Aufklärung im universitären Milieu nicht ganz tatenlos zusehen möchten.

Der Zentralrat der Ex-Muslime, der Osnabrücker Hintergrund-Verlag, das Internationale Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe und der gemeinnützige Verein für Sprach- und Lernförderung I.so.L.De protestieren gegen den Aufbau von theologisch orientierten „Islamischen Studien“ an deutschen Hochschulen. Bekenntnisorientierte, auf der Scharia basierende Ausbildungszentren an zwei oder drei staatlichen Hochschulstandorten zu etablieren, halten die Unterzeichner für verfassungswidrig. Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen. Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.
Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung wären Grundvoraussetzungen, auf denen auch ein freiwilliger Islamischer Religionsunterricht (IRU) fußen müsste. Wie wenig die islamische Theologie bereit ist Wissenschaftsvorbehalt, historisch kritische Methode und Außenansicht zu respektieren und zuzulassen, zeigt der Umgang mit dem religionswissenschaftlichen Ansatz von Sven Kalisch. Der Münsteraner Jurist und Privatdozent war Inhaber des ersten Lehrstuhls für die Ausbildung islamischer Religionslehrer.
Das „religionsbezogene“ (Wissenschaftsrat) islamische Recht, das Körperstrafen wie Handabhacken, Fußabhacken und Peitschenhiebe für gottgewollte und gerechte Strafen hält und im Namen Allahs Todesstrafen verhängt und ausführt, sogar steinigt, ist, wie der Großmufti von Bosnien Herzegowina selbst zugibt, integraler Bestandteil der ewigen, unveränderlichen Scharia. Die vier oben genannten Organisationen protestieren gegen offizielle Gespräche mit hochrangigen Vertretern von menschenverachtenden theokratischen Diktaturen wie dem Iran.
Parteigänger der Scharia wie Bosniens Großmufti Mustafa Ceric, Irans Ex-Präsident Mohammad Chatami oder Ägyptens Religionsmrinister und Präsident des Obersten Islamischen Rates, Mahmoud Zakzouk, als Diskussionspartner bei Tagungen willkommen zu heißen, um mit ihnen über die vom Wissenschaftsrat (WR) empfohlenen Leitlinien zur Weiterentwicklung von Theologien und eligionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen zu diskutieren, ist nicht hinzunehmen.

Mina Ahadi, Zentralrat der Ex-Muslime, Internationales Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe
Hartmut Krauss, Sozialwissenschaftler, Hintergrund Verlag
Gabi Schmidt, Sozialpädagogin, und Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge, I.so.L.De Verein für Sprach- und Lernförderung


1 Antwort auf “Aus fremden Federn.”


  1. 1 hky 22. August 2010 um 20:40 Uhr

    Entweder ist hier falsch zitiert worden oder das Zitierte falsch. Es ist nicht möglich, dass ein Gesetz/Recht sich selbst ausführt, wie hier ausgesagt: „Das ‚religionsbezogene“ (Wissenschaftsrat) islamische Recht, das … im Namen Allahs Todesstrafen verhängt und ausführt, sogar steinigt…“. Ich würde mal spontan denken ein Gesetz braucht stets (gesellschaftlich und historisch spezifisch) kontextuell-interessierte Akteur_innen, die es interpretierend erzeugen und strategisch einsetzen.

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